Michelsenschule Hildesheim - Politik/Wirtschaft

Unsere Fachgruppe Politik

„Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen.“

(Max Frisch, 1911-1991)

Über das Fach Politik/Wirtschaft

Ziel politischer Bildung ist der mündige Bürger. In der schulischen politischen Bildung sollen Schüler deshalb eine Vorstellung von der komplexen Wirklichkeit und den prägenden Elementen von Politik erhalten.

Aber was ist denn nun „Politik“? 

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung, ist:

„Politik … die ‚Staatskunst.‘ Sie regelt das geordnete Zusammenleben der Bürgerinnen und Bürger. Es geht in der Politik um alles, was mit Gestaltung und Einflussnahme in Gesellschaft zu tun hat, sowohl im persönlichen als auch im öffentlichen Bereich.“

„Politik ist jenes menschliche Handeln, welches allgemeingültige Regeln herstellt.“

Wir beschäftigen uns demnach mit Regeln des Zusammenlebens, die für die gesamte Gesellschaft in einem Land gelten. Diese Regeln, die über die Politik gesetzt werden, werden von Menschen aufgestellt. Statt von Regeln, spricht man auch von Gesetzen und die gelten für alle in der Gesellschaft gleichermaßen.  Regeln und Gesetze können nicht einfach außer Kraft gesetzt, aber sie können hinterfragt und bei Bedarf verändert werden. 

Der Unterricht im Fach Politik/Wirtschaft soll neben

 


 

Unsere Fachgruppe

 


 

Unsere Aktivitäten

In jedem Jahr findet im 10. Jahrgang an einem Projekttag das „Planspiel Europa“ statt.

 

Was wäre wenn…? - UN-Planspiel im Fach Politik 

Wie sind die Abläufe innerhalb der Institutionen der UN? Warum braucht die UN eigentlich häufig so lange, um wichtige Entscheidungen zu fällen? Mit welchen Argumenten und wie stützen die Mitgliedsländer in Debatten ihre Positionen, um ihr Land möglichst gut zu vertreten?

Diesen und weiteren Fragen sind die Klassen 11.1, 11.2 und 11.3 der Michelsenschule jeweils mit Hilfe eines von Florian Rohmann, einem Jugendoffizier der Bundeswehr, angeleiteten Planspiel auf den Grund gegangen.

Dazu teilte Herr Rohmann die Schüler zunächst je zu zweit auf 8 der 193 Mitgliedsstaaten der UNauf und wählte zudem noch einen Journalisten und die UN-Generalsekretärin. Danach ermöglichte er der Klasse einen Überblick- über Gründe, Auswirkungen, verschiedene Parteien und sonstige Verstrickungen im Syrien-Konflikt zum Zeitpunkt des Jahres 2014.

Anschließend wurde der Klassenraum abwechselnd zum Tagungsort des Sicherheitsrates oder einfach zum Besprechungsraum. Dort wurden zunächst die Standpunkte der einzelnen vertretenden Länder vereinbart und dann hitzig über die Lösungsansätze für den Syrien-Konflikt diskutiert. Dabei wurden die Bestrebungen der Staaten sehr deutlich, egal ob diese nun von UN-Grundprinzipien, moralischen und demokratischen Vorstellungen oder doch eher eigenen Interessen gelenkt wurden.

Zwischendurch versuchten die Vertreter der verschiedenen Länder fieberhaft, mit anderen Ländern Bündnisse oder Abkommen einzugehen, um sich so strategische Vorteile zu verschaffen. Gemeinsame Ziele wurden gestärkt, Abneigungen gegenüber anderen Ländern zum Teil offen ausgetragen und so manche Hoffnung in letzter Sekunde zunichte gemacht.

In der darauf folgenden Sitzung des UN-Sicherheitsrates ging es nun darum, einen Einsatz von humanitärer Hilfe über weitere Maßnahmen bis hin sogar zu militärischer Gewalt zu rechtfertigen bzw. abzuwenden. Dabei galt es, die verschiedenen am Konflikt beteiligten Parteien zu beachten. Neben Assad und seinen Regierungstruppen auf der einen Seite und den gemäßigten Rebellen auf der anderen Seite gibt es dort nämlich noch die Kämpfer des IS, die 2014 sowohl in Syrien als auch im Irak große Gebiete besetzt hatten. An der Grenze von Syrien und der Türkei kämpfen beispielsweise außerdem noch die Kurden, unterstützt von den USA, gegen den IS.

Dass die Staatengemeinschaft sich in solchen Konflikten nur selten oder wenn doch nur in sehr langwierigen Verhandlungen auf Lösungen oder helfende Maßnahmen einigen kann, zeigte sich auch hier. Selbst nach zähesten und gründlichen Verhandlungen mit erneuten Diskussionen konnte sich der Sicherheitsrat nur auf eine Resolution einigen, um den IS im Irak zu bekämpfen. Für Syrien konnten jedoch noch keine Maßnahmen ergriffen werden, da sich Assad querstellte und den meisten anderen Nationen den Eintritt und Eingriff in sein Land verwehrte (UN-Grundsatz der Staatssou-veränität). Er beharrte darauf, dass seine eigenen Bündnispartner mächtig genug seien, um den IS in Syrien einzudämmen. Da halfen auch die Verweise der anderen Staaten auf die Anschläge in Europa nicht, obwohl diese doch ein klares Zeichen für die Unzulänglichkeit der aktuell durch Syrien und seine Bündnispartner ergriffenen Maßnahmen seien. Doch Dilemmas wie dieses sind im Planspiel wie in der Realität nur eines der vielen komplizierten Probleme, für die es häufig schlicht keine Lösung zu geben scheint.

Um das alles nachvollziehen und nachempfinden zu können, war dieses Planspiel, obwohl es mehrere Jahre auf einen Tag komprimieren musste, sehr geeignet und fand in unserer Klasse viel Zustimmung.

Paul Friedrich (11.3)

 

 

Planspiel zum Thema Datenschutz und Persönlichkeitsrechten in der Europäischen Union
Am 24. Januar 2019 stand das diesjährige Planspiel der 10. Klassen zu den Themen Datenschutz und Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union an. Um 7.50 Uhr fanden wir uns alle im Business-Outfit in der Aula der Michelsenschule ein. Eine genaue inhaltliche Einführung gab Referent Florian Aue, der im späteren Verlauf als Joe Black, Wissenschaftlicher Dienst, bezeichnet wurde. Anschließend erklärte er uns die Regeln und den genauen Ablauf. Im Planspiel haben wir nicht uns selbst gespielt, sondern eine fiktive Person eingenommen, wobei wir uns den Namen selbst ausgedacht haben. Unsere Position in Bezug auf die Datenschutzverordnung haben wir in einem sehr ausführlichen Skript bekommen. Neben den Rollen in den EU-Organen Kommission, Parlament und Ministerrat gab es auch die Presse. Alle Gremien waren jeweils mit vier Personen vertreten. Aufgabe der Presse war es, den Ministerrat über die Geschehnisse im Parlament und das Parlament über die Geschehnisse im Ministerrat zu informieren. Die Presse hatte ihren eigenen Raum, in dem sich die Vertreter austauschen und Artikel schreiben konnten. Nach der Verteilung der Rollen ging es dann in die Gruppen, das heißt, dass das Parlament in der Aula blieb und der Ministerrat und die Kommission in den Pavillon gingen. Hier wurden dann jeweils die Präsidenten und Vize-Präsidenten gewählt.
Der Vormittag war von vielen Sitzungen, aber auch informellen Gesprächen geprägt. Die Sitzungspausen wurden unter anderem von den Politikern genutzt, um in der Presse ihre Meinungen und Positionen bekannt zu machen. Da die Presse aber auch zuhört, wo keiner denkt, dass sie zuhört, gab es auch für den einen oder anderen Politiker unerfreuliche Schlagzeilen. Hier ein Auszug einer unerfreulichen Nachricht für die Politikerin und ECR-Vorsitzende Nikola Nowak (fiktive Person):
„Ein Statement von Frau Nowak ist sehr aufbrausend und eventuell auch eines, welches in die Richtung von Volksverhetzung geht: „Die Linken gehören in den Keller gesperrt!“. Diese Worte sagte sie gegenüber dem aus der Linken Fraktion (GUE/NGL) stammenden Axel-Finn Witzel, welcher dies als heftige Beleidung kritisierte. Dies wirft natürlich ein schlechtes Licht auf Frau Nowak, welche nun nur noch schwer ernst genommen werden kann.“
Diese Meldung stammte aus dem Parlament. Natürlich gab es auch einige Schlagzeilen aus dem Ministerrat, wobei dort die Topnachricht, der Streit zwischen Schweden, Polen und Deutschland (fiktiv), lautete:
„Spannungen im Ministerrat zwischen Deutschland und Polen über die aktuelle Verordnung: Laut der Aussage Frau Schmidts und der Aussage Frau Ludwigs gibt es trotz erster Einigung der Verordnung des Ministerrates doch noch einige Meinungsverschiedenheiten was die Verordnung betrifft. Diese herrschen vor allem zwischen Deutschland und Polen, welche sich, laut Aussage von Laura Müller (Presse), mit hoher Lautstärke anschrien, wobei von Seiten Polens folgender Kommentar gefallen ist, welcher die Diskussion noch mehr anheizte: „Niemand interessiert sich für Deutschland!“, welcher die Diskussion nur noch mehr anheizte.“
Auch diese Schlagzeile sorgte für rege Diskussionen im Parlament und im Ministerrat. Natürlich gab es auch eine Mittagspause, welche von Presse, Minister und Politiker gern wahrgenommen wurde.
Alles in allem war es ein informativer und erfolgreicher Tag und alle haben etwas dazu gelernt. Viele Schüler fanden es sehr gut, dass man das im letzten Halbjahr Gelernte einmal in der Praxis umsetzen und ausprobieren konnte. Viele fanden allerdings nicht so gut, dass alles auf einen Tag komprimiert wurde. Besser wäre es, das Planspiel auf zwei oder gar drei Tage auszudehnen, dann aber auch nur bis zur 6. statt bis zur 8. Stunde durchzuführen.
Melisa Kara (Klasse 10.4), Maximilian Meyer (Klasse 10.4), Alexandra Köhler (Klasse 10.3)
 
 

 
 
EU-Planspiel „Destination Europe“
Im Rahmen des Unterrichtsthemas in der 10. Klasse „Europäische Union“ haben wir am 24. Januar 2019 ein Planspiel zum Thema „Destination Europe“ durchgeführt. Es wurde von der Michelsenschule und dem CIVIC-Institut für internationale Bildung organisiert und von der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Niedersachsen) mitfinanziert. Frau Redder, Frau Schlegel und Herr Skowronski sowie vier Vertreter/innen des CIVIC-Instituts begleiteten als „Mitarbeiter/innen des Wissenschaftlichen Dienstes“ das Planspiel. Es ging um das aktuelle Thema der EU-Flüchtlingspolitik und wie sie verbessert werden sollte. Hierbei sollten wir die maßgeblichen EU-Organe Kommission, Ministerrat, Parlament und eine Presseabteilung bilden. Nach der Begrüßung in der Aula ging es in die Einlesephase. Jeder Schüler hat eine eigene Rolle bekommen und alle haben sich in ihren Gruppen zusammengefunden. Danach gab es eine erste allgemeine Zusammenkunft, in der der heutige Gesetzesvorschlag (EU-Verordnung) vorgestellt wurde. Es sollte eine neue Agentur gebildet werden, die dabei helfen sollte, die Asylverfahren zu beschleunigen und zu vereinfachen. Anschließend diskutierten das Parlament und der Ministerrat zusammen mit jeweils zwei Kommissionspräsidenten über mögliche Änderungen des Vorschlags zum Rechtsakt. Die Presse konnte zwischendurch immer wieder bei spannenden Diskussionen dabei sein und darüber Artikel schreiben. Diese Artikel wurden ausgedruckt und für alle ersichtlich ausgehangen.
Im Parlament sowie im Ministerrat gab es viele Meinungsverschiedenheiten und heiße Diskussionen, die aber durch viel Reden und durch Eingehen von Kompromissen gut gelöst werden konnten. Nach der Mittagspause gab es eine Pressekonferenz, in der drei Parlamentarier, zwei Minister und ein Kommissionschef sich den Fragen der Presse stellten. Nun ging es in eine weitere Bearbeitungsphase. Parlament und Ministerrat mussten sich auf ein gemeinsames Ergebnis einigen. Am Ende wurden alle Änderungen durch Abstimmungen festgehalten und aufgeschrieben.
Für uns war das Planspiel sehr spannend und eine tolle Erfahrung. Auch durch unsere Businesskleidung machte es uns viel Spaß und wir konnten uns sehr gut mit den Rollen identifizieren. Die Evaluationsrunde brachte auch ausschließlich positives Feedback. Außerdem lernten wir Europa besser kennen und wurden uns bewusst, wie wichtig Kooperationsfähigkeit und wie spannend Politik ist.
Martha Jette Leinemann, Klasse 10.1